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Die islamische Revolution Iran im Rückblick

Schwarzer Freitag, 8. September 1978 , Teheran-Iran

Ich hatte in fast allen großen Demonstrationen Teherans gegen das ultrasäkulare, pro-westliche Folter-Regime von Schah teilgenommen u. a. in der Demonstration vom „Schwarzen Freitag“ (17. Sharivar 1357 - 8 September, 1978). An diesem hellichten Tag wurden tausende junge Iranerinnen und Iraner durch Schahs Spezialgarde umgebracht und ich war ein Zeuge dieses niederträchtigen Massakers. 17 shahrivar
Es war ungefähr sechs Uhr Morgens früh, als ich die Meydane Zhale oder Jahle Platz, heute Meydane Schohada, Platz der Märtyrer - erreichte. Es waren nur wenige Menschen in kleinen Gruppen rund um Platz zu sehen. Hier und da junge mit Schador verschleierte Iranerinnen. Im Zentrum lagen einige Militär Jeeps und Konvoys - kein Großaufgebot mit nur wenigen Soldaten. Die Sonne ging allmählich auf und spendete eine sonderbare Wärme am kühlen Morgen des 8. Septembers. Unterwegs lernte ich einen jungen Iraner kennen, der wie er sagte „Ghosle Schahadat - die rituelle Wäschung zum Martyrium“ gemacht hatte. Wir haben und verabschiedet und Später habe ich ihn aus den Augen verloren. Allmählich trafen sich viele Menschengruppen ein. Sie wurden immer mehr. Viele verschleierte Frauen versammelten sich um den Platz. Um sieben Uhr trafen zusätzliche Militärkommandos - die Schahs Spezialgarde - teilweise maskiert und mit leichten und halbschweren Waffen ausgerüstet. Menschen skandierten und allmählich mit „Allah-o-Akbar - Gott ist Groß“ und Koranrezitationen machten sich warm für den zweiten angesagten Großdemonstration nach dem ersten Großdemonstration mit hundert tausenden Teilnehmer am Ende des Fastenmonat Ramadan in dem sie den überstandenen Fastenmonats gefeiert hatten. An diesem Tag demonstrierten vermutlich über eine Million Menschen bis zum Azadi-Platz wo sie die Armee-Angehörige mit Blumen und Brüder-küsse  beschämten. Es gab von beiden Seiten Szenen der unbeschreiblichen Freudentränen zu sehen. Ich sah viele hochrangige Offiziere, die in Tränen ausbrachen. Tage und Nächte zuvor hatten sie auf ihre Brüder und Schwester auf Befehl von Schah und seine Generäle geschossen und nun diese überwältigende Menschenmenge, statt sie mit Verachtung, Haß und Wutt zu begegnen und Kugel mit Kugel beantworten, brachten sie im Gegenteil mit Blumen und Geste der Liebe und Brüderlichkeit in großer Verlegenheit. Und das war keine gute Nachricht für Schah und das Regime. „Zielt nicht (mit den Waffen) an ihren Köpfen und Brüste, sondern (mit Pfeilen der Liebe) ihren Herzen“ hatte Ajatollah Khomeini nachdrücklich empfohlen. Und die Kalkulation ging auf: Die große bis zu den Zähnen bewaffnete Armee des Schahs, auf dem er so viel Vertrauen gesetzt hatte, begann zu schmelzen. Es kam - so weit ich weiß - zu keinerlei Blutvergießen an diesem Tag. Die Demonstration zum  Ramadanfest oder ʿĪdu l-Fitr des Jahres 1978 war ein großer Erfolg für islamischen Revolutionäre. Das Regime hat verstanden, dass wenn so weiter geht, wird in Kurze im Ozean der Menge der schwer leck geschlagene Schiff des Regimes versinken. Deshalb müsste, koste es was es wolle die Menschen durch einen gewaltigen Niederschlagung einem zweiten friedlichen Sieg verhindert werden. So kam es zum „schwarzen Tag“ des 17. Shahrivar 1979. Schah wollte eine unvorstellbarer Angst jagen, dass niemand mehr es wagen sollte auf die Strassen zu gehen und gegen Schah demonstrieren. Das war die Kalkulation dSchwarzerFritages Schahs.
Um etwa 8 Uhr war es, dass plötzlich ein Schoss zu hören war. Ein Soldat hatte den Befehl bekommen auf die Menschenmenge zu schießen. Stattdessen schoss er sein kommandierenden Offizier und beging Selbstmord. Die Menschen skandierten „barayeh hefz eslam sarbaz khodkoschi kard - um Islam zu beschützen, hat der Soldat sich das Leben genommen“. Kurz danach schossen die mittlerweile mit maskierten Garde verstärkten Soldaten, die behauptet wurde aus Israel gekommen sind, massiv in die Menschenmenge. Erste Opfer war eine 17jährige Iranerin, die zusammen mit vielen jungen Menschen in der ersten Reihe der Demonstranten auf dem Boden gesetzt hatte.
Vom Hubschraubern aus schossen sie auf direktem Befehl von Schah auf die Menschenmenge. Es wird geasagt, dass vermutlich General Khosrodad, der die Operation leitete, sich am Abend des Abschlachtens beim Schah angemeldet hatte und ihn versicherte: “Euer Majestät, machen Sie sich keine Sorgen, das Regime ist für die nächsten 20 Jahren gesichert”. Fünf Monate später hat die Revolution gesiegt und Schah flüchtete nach Panama und dann flog er von dort aus in einem von CIA bereit gestellten „Evergreen“ Flugzeug nach Ägypten.    
Eine Bemerkung:
Wenn man heute die Archive der großen deutschen Zeitschriften und Zeitungen nach Ereignissen jener Zeit umblättert, wird man leicht die pure Heuchelei dieser angeblichen Freunde und Bewahrer der Demokratie und Menschenrechte bewusst. Kein ernsthafter Bericht über diese Massaker, von dem sie genug Nachrichten und Bilder hatten, wurde damals veröffentlicht. Alle waren eigentlich pro Schah gestimmt gewesen und sie wollten alle, dass Schah bei der Unterdrückung der iranischen Revolution Erfolg hat. Das Haus Axel Springer und seine Bildzeitung genauso wie Der Spiegel des Rudolf Augsteins, Stern, die Welt und vielen anderen.  
Schah und sein Regime waren halt Bastarde dieser  Eliten des Abendlandes und vor allem die Vertreter der Medien. Viele Journalistinnen und Journalisten verdienten Millionen DMs und US-Dollars von ihm direkt, um sein Regime ein fortschrittliches Land, das ein zurück gebliebenes Volk nach vorne - in die sogenannte Moderne - bringen will, darzustellen. Kein Wunder, dass später in den achtjährigen Iran-Irak-Stellvertreterkrieg (1980-1988) alle diese moralischen Zwerge sich auf die Seite von Saddam Hussein und sein Gönnen Ronald Reagan stellten und sein Terrorregime gegen iranische Revolution und Ajatollah Khomeini mit aller Macht in Wort und Tat unterstützten.
Hier können Sie einige Videos über diesem barbarischen Massacker vom schwarzen Freitags vom 8. September 1978 und einige interessante Videos aus den 70er Jahren mit Mohammad Reza Schah Pahlawi, die erst in den letzten Jahren veröffentlicht worden sind. Ein Beweis dafür, dass CIA und Co. schon längst, wussten sie, dass der Schah bei seiner Marionetten Rolle nicht mehr zuzutrauen ist. Es war ein Pech für sie - und darum sind sie auch sehr verbittert -, dass Ajatollah Khomeini ihnen zuvorgekommen ist und Schahs Regime in seiner Sinne geändert hat.
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